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Milonga - der andere Tanz aus Buenos Aires! Workshop in Freiburg: Die schönheit liegt im Witz

  • Freie Waldorfschule Freiburg – Rieselfeld 1 Ingeborg-Drewitz-Allee Freiburg im Breisgau, BW, 79111 Germany (map)

Milonga - die Basis von Tango und Vals
Bist du ein echter Milonguero? Dann tanzt du am liebsten Milonga?!

Als Milongueros werden in Buenos Aires diejenigen bezeichnet, die sich mit allen Genres ihrer Kunst auskennen, Tänzer, die die Unterschiede zwischen Tango, Vals und Milonga tänzerisch beherrschen!

Workshops:
14.00 – 16.00 Uhr
Milonga Lisa - Grundmuster der Milonga (WS 1)

16.30 – 18.30 Uhr
Milonga Traspie - Rhythmische interpretationsarten (WS2)

Vor 100 Jahren entwickelte sich aus dem kulturellen Potpourri der armen Stadtbevölkerung, die sich in ihrer Misere nur durch tanzen erheitern konnte, ein avantgardistischer Volkstanz als emotionaler Ausdruck einer neuen Kultur: Ein Tanz, der nichts voraussetzte, ein Tanz, der mit allen Menschen aller Kulturen, egal ob Mann oder Frau, spontan funktioniert.

 

Ein Tanz, in welchem die Kommunikation im Vordergrund steht, und der nächste Schritt durch die gewahrte Balance Aufschluss darüber gibt, ob die beiden Tanzenden in Harmonie verschmelzen oder sich missverstehen…

Ein Tanz, in welchem der Weg das Ziel ist und es am schönsten ist, wenn das Ziel lange nicht erreicht wird, sodass die Tanzenden in einen “Flow” kommen und miteinander das Gefühl von “fliegen” entwickeln.

Die Milonga bot einen Rahmen in dem die unterschiedlichsten Menschen nach Herkunft, Stand, Religion und oder Beruf einen gemeinsamen Nenner fanden der sie verband und ihnen eine eigene Identität in der neuen Welt gab. Der neuartige Tanz wurde zur Kultur der Umarmung. Er bot sozusagen die Möglichkeit einen Partner zu finden, aber auch Respekt in der Gemeinschaft zu bekommen, elegant zu sein, ohne Anzug zu tragen, kreativ zu sein ohne weiteres Material als die eigene Bewegung. Mit einer guten Körperbeherrschung konnte man glänzen ohne zu kämpfen! Sozusagen die Muskeln im wahrsten Sinne des Wortes spielen zu lassen, Freude erzeugen ohne Geld auszugeben.

 

Der wahre Hintergedanke war also, einen stabilen Partner zu finden, denn die Milonga erzeugt in der Improvisation laufend zwischenmenschliche Situationen, die Aufschluss darüber geben, ob jemand, der sonst nichts besitzt, trotzdem in jeder Situation seine Haltung wahren und durch seine Präsenz alle Nuancen seines Partners wahrnehmen kann - mehr noch - ob er zudem vermag, diese harmonisch zu beantworten und die schönsten Gefühle dieser Welt durch seine feine Körpersprache in einer gefühlvollen Umarmung auszudrücken…!

Mit einer solchen Person - auch wenn sie sonst nichts besitzt- kann man sich doch vorstellen sein ganzes Leben mit ihr zu verbringen.

Das gilt auch heute noch! Tanz produziert unzählige Glücksmomente!

Aber wie konnte das schon damals funktionieren, wo niemand Zeit noch Geld besaß, um eine Tanzausbildung zu geniessen?!

Weil die Menschen im Alltag sehr umsichtig sein mussten und daher sehr wachsam waren, haben sie automatisch diesen Zustand in ihren Tanz übertragen: immerhin wollten sie herausbekommen, welche Haltung ihr Partner ihnen gegenüber hat! Wie reagiert er auf Missverständnisse oder wenn wir aus der Balance kommen?

 

Wenn wir diese präsente Haltung einnehmen, wir also alle unsere Antennen ausfahren - sprich physische, mentale und emotionale Ebene sich laufend beeinflussen - kommunizieren wir unterbewusst und bekommen ein Gefühl für den Anderen.

Durch diese dem Menschen ureigene Körpersprache mit all ihren Reizen, Reflexen und Instinkten, in Kombination mit den Grundmustern der physiologischen Bewegung, entsteht ein Tanz, der frech, rhythmisch und spontan ist, und den vor allem alle Menschen von Geburt an bereits in sich tragen: denn wer sich liebt, der neckt sich!

Wer Tangoschritte in der Milonga macht, vergisst, dass Drehungen und das Kreuz erst in den 50er Jahren entdeckt wurden, also unmöglich auf diese Musik passen können.

Und damit sind wir bei den Themen dieses Workshops angelangt:

 

 

● Den 4 Basis-Corridas der Milonga, den physiologischen Grundmustern menschlicher Bewegung.

● Den Unterbewussten Führungsimpulsen, die unmissverstädliche Reaktionen hervorrufen, und typischen Reaktionen auf Haltungsveränderungen in zwischenmenschlichen Situationen.

● Der Improvisationstechnik - der Umsetzung spontaner Reaktionsmöglichkeiten auf Akzente, die die Musik in uns auslöst.

● Dem Typischen Schritt-Material aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts sowie abwechslungsreichen Kombinationsmöglichkeiten in Bezug auf das spezifische Schritt-Material für die Milonga.

● Dem musikalischem Verständnis für den Milongarythmus, in Bezug auf die Größe der Schritte und raumgreifende Schrittfolgen (“desplazamiento”).

Workshop:

Milonga Lisa - Grundmuster der Milonga

Milonga Traspie - Rhythmische interpretationsarten

Etymologie

Laut José Gobello (Präsident der Academia Porteña del Lunfardo*) entstammt das Wort MILONGA der südwestafrikanischen Bantu-Sprache Kimbundu und ist der Plural von MULONGA - zu deutsch „Gerede“. Ganz in diesem ursprünglichen Sinne bedeutet milongas (im Plural gebraucht) im heutigen Umgangs-Spanisch noch „Lug und Trug“.

*) Ein in Buenos Aires gesprochener Dialekt oder Sprache der einfachen Leute, eigentlich der Gauner, untereinander damit ihr Opfer, das sich in hörweite befindet trotzdem nicht ersteht.

Samstag, 27. Mai 14.00 – 18.30 Uhr

14.00 – 16.00 Uhr
Milonga Lisa - Grundmuster der Milonga (WS 1)

16.30 – 18.30 Uhr
Milonga Traspie - Rhythmische interpretationsarten (WS2)

Preise:
1 WS 28 €    2 WS 28 €    Beide zusammen 50 €

Anmeldung, Infos, Fragen:
www.tangoclaudia.de    tangoclaudia@gmx.de
www.enriquegrahl.com

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